TAGLICHE KLAGEN

 

 

Und somit bin ich hier, sitzend in einem selbst gebautem Loch.

In diesem gleichen Platz, die immer gleiche Zigarette zwischen den Fingern,

die so langweilig brennt wie die Leute, die vorbeigehen.

Wir sind die weltliche Familie, reisend in einem Zug, indem manche keinen Platz finden wollen.

Diese  biologische Geister, viele sind wir doch, alle zukünftige Leichen mit abendlichen Klagen. 

Die trockene Luft schreibt meine vergangene Gedanken, die in meinem Kopf ersticken;

dort bleiben sie geheimnisvoll, lebendig und doch waren sie schon letztes Jahr tot.

Niemanden bringt diese zum Erwachen.

Wie ein schon erlebtes Theaterspiel.

Die Leute kreisen und kurven um mich herum, doch merke ich nur ihre Bewegungen,

ihr Sommer ist mir fremd, denn heute ist ein stummer Tag für mich.

Was ist nur die Form dieser Menschheit, die präzis zu einer Richtung läuft,

trotzdem so klein, dass ihr Ziel in den Wolken verbleicht.

Gepflanzte Blicke in meiner Seifenblase; die noch kühle Morgenlaune drängt das Feuer der Illusion in mir, wieder,

wieder und immer wieder glaube ich ihr auch, die Angst blendet meinen Atmen.

In diesem Zirkusspektakel der alten Gedanken sind die neuen Hoffnungen die Zuschauer,

die Bilder der Vergangenheit treiben ihr Spiel mit mir.

Ich möchte den letzten Sonnenuntergang sein, denn heute bin ich kein Morgengrau.

Ich strenge mich an den Verstand, mit Wörtern zu füllen, die ich morgen schon wieder vergessen haben werde,

wenn das Heute morgen so gleich weitergeht.

Doch will ich erst morgen etwas für heute tun?

Gezwungene Methoden und gewusstes Wissen,

aber was ist das Nützen von all diesen Zeilen wenn man ihr Gebrauch nicht weiß?

Stille benebelt diese graue Langweile.

Die Zeit füllt sich mit Worte und doch kann ich diese nicht erfassen und mir bleibt ein lustloses Nichts.

Die Stunden scheinen zu vergehen, ohne dass das Konkrete eine Form einnimmt.

Bilder treiben mich zum Wahn und so bleibt das verirrte Gefühl an mir kleben und keine Kunst kann mir helfen.

Die endlose Lust verlängert die Zeit nicht und ich bleibe stumm.

Ich kümmere mich nicht um das Selbst, da es in ein Nichts entflieht.

Und draußen, die Struktur des Windes, kann die Sprache des Regens lesen:

Es ist keine Geschichte mit einem Beginn oder ein Ende, es hat keinen Weg,

es sind nur die Strassen der Empfindungen, die immer anders leiten.

Es ist das Leben und ihr Sinn der Vergangenheit, die uns in die Zukunft bringt, in der alles anders sein sollte

als das Gleiche als es am Schluss doch immer bleibt. Doch wen kümmert es.

Zuletzt ist es doch egal wer die biologische Geister herrscht, egal was hinter der Generation

lebt und egal ob der Versuch der Überlebens gelingt, die meisten Augen werden immer noch die kalte Steine sein,

weil sie die Kälte nie erlebt haben. Und so werden sie klagen.

Ich besinne mich, wie ich einst den Sternen zusah, die amüsiert über die Welt diskutieren.

Sind sie zu schön, um wirklich zu sein, oder einfach zu rein, um bei der Erde mit zu leben?

Doch ihr Licht bringt meistens nur ihr jahrelangen Tod mit sich.

So hell kann Tod beleben, wenn, was vorher war geschätzt werden kann.

Ich glaube, dass nicht glücklich werden wollende Sternen haben kein Licht in den Sternenhimmel.

Wie viele es sein mögen die kein Licht haben.

Ihre Dunkelheit so schwer.

Auf diesem Schachbrett bleiben doch viele nur chemische Geister,

doch wie ich auch benebelt sein mag, vergessen kann ich nicht.

Somit bleibe ich immer noch hier sitzend,

in Trauer der vergangenen Zeit und kämpfend für ein weiteres Lächeln im nächsten Jahr.

Zeit soll alle Wunden heilen, wenn man ihnen die Möglichkeit zu bluten gab.

Warten bringt es manchmal nicht.