„Junge tote Gesichter. Gedanken und Gedichte eines Berufmelancholiker“ist, wie es der Titel schon

beschreibt, eine Sammlung an Gedichten: Jedes unterschiedlich an Inhalt und doch, aufgrund der

Tiefgründigkeit und Charme an Dramatik, wiederum alle  leiert.

Eine Union an Konflikte und Gedanken.

Ich entsinne mich meinen Vater sagen hören:-

Leser möchten üblicherweise nicht viel nachdenken müssen wenn sie ein Buch lesen.

Bücher dienen der Entspannungsphase, wenn Du schreiben willst, dann musst Du entspannende Geschichten

erfassen.-

Dieses 40-seitige kleine Werk gehört definitiv nicht in diese Kategorie

von Büchern und somit, habe ich mal wider die Sache gegen die meisten Regeln durchgezogen.

Die Welt- und Selbstsicht des Berufmelancholikers, die fiktive männliche

Hauptfigur in dem Buch, der Poet von diesen alphabetisch geordneten geschriebenen Gedichten, beschreibt mit

tiefer nachgedachter Wortwahl, oder wiederum mit verwirrenden spielerischen gegensätzlichen Ausdrücke,

Gedanken, die viele Leser zum Nachdenken, zu Träumereien oder sogar Suche nach etwas Mehr inspirieren

wollen.

- Doch wenn das unbewusste Bewusste über Wissen und Unwissen siegt, soll der Henker ihn köpfen.

(Etwas was nie fortgeht)

- Mich umgaben wollende Sterbende, was das einzige Lebendige war.

(Gedankenform)

 

Die Lektüre dieses Buches eignet sich am besten in einem kleinen   angweiligen verrauchten Café, wo man die

Möglichkeit hat, kurz den Kopf zu heben und aus dem Fenster zu sehen, um einen kleinen Moment von der

Gedankenwelt des Berufmelancholiker Abstand zu fassen und in die seinige einzutreten.

ch denke deswegen daran, weil die wenigen Male, indem einen Ort des Geschehens beschrieben wird, es oft so

einem Lokal ähneln könnte.

- Und somit bin ich hier, sitzend in einem selbst gebauten Loch.

In diesem gleichen Platz, die immer gleiche Zigarette zwischen den Fingern, die so langweilig brennt wie

die Leute, die vorbeigehen.

(Tägliche Klagen)

Die beständige Ich-Perspektive fesselt den Leser an ein Gefühlschaos, was für einige wiederum ein gekanntes

und vertrautes Territorium ergibt.

Es ist eine Reise zwischen ständiger Realität des Seins und Irrealität einer Welt voller Gedanken.

- Unfließende Worte zielen zwischen den Menschen, während die Welt aufwachen zu scheint bleibe ich immer

öfter vergesslich, von Gedanken, die an mir ungreifbar vorbei streifen.

Ich erblicke den Tag an dem Zeitmesser des Bahnhofs.

Unbeweglich bleib ich stumm davor.

(Verblassende Zeit)

- Was bin ich nur? Ein Fremder in diesem Land?

Ein romantischer Engel, der in der Vergangenheit fliegt?

Ich träume alte Tage, sitzend in einem Meer von Gefühlen, die nicht mehr existieren weil ich der Realist in

meiner Unwirklichkeit bin.

Soll ich ewig der Liebhaber dieser Illusion bleiben?

(Ich bin fremd)

 

Die Gedankenwelt des Berufmelancholikers ist vielleicht nicht ein Platz für jedermann, doch alle sind

willkommen einzutreten, wenn diese ein wenig Zeit und Gedankenmut mit sich bringen.

Die Belohnung dafür wird eine verführerische Phase zur Abkapselung der Realität sein.

Ein kleines Werk, das in einer verführerischen Weise die Leser in eine tiefe Gedankenwelt entführt, um

etwas in diesen Ort zu bringen, oder etwas davon mitzunehmen.

Nachwort: die letzen Seiten sind an den Berufmelancholiker selbst gewidmet, einige Gedankenabschnitte von

seinem Leben, sowie die wahre Identität.